Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen auf dem Messegelände waren wir nicht auf der Intersolar Europe, um ein neues Produkt vorzustellen. Unser Geschäftsfeld ist der Bau großer Photovoltaik- und Batteriespeicheranlagen in ganz Europa, daher diente unser Stand in erster Linie als Ort für Treffen mit Partnern. Innerhalb von drei Tagen führte unser Team rund 140 vorab vereinbarte Gespräche mit Kunden, Investoren und Lieferanten – mit Abstand unsere bisher arbeitsreichste Intersolar.
„Die Intersolar ist für unser internationales Geschäft das wichtigste Event des Jahres. Wir erwarten, langjährige Partnerschaften zu vertiefen und neue aufzubauen. Außerdem haben wir einige Geschäfte aus den letzten Monaten, die wir abschließen möchten," sagt Dan Štajner, Head of Sales bei Greenbuddies.
Solarenergie, BESS und Flexibilität als Grundlage der Energiewirtschaft der Zukunft
Die diesjährige Messe sendete eine selbstbewusste, einheitliche Botschaft der Branche: Eine zuverlässige, rund um die Uhr verfügbare Energieversorgung auf Basis von Solarenergie, Speichern und intelligentem Netzmanagement ist keine Zukunftsvision mehr, sondern bereits heute technisch und wirtschaftlich umsetzbar. Die Sonderschau Renewables 24/7 – Secure Energy for a Changing World veranschaulichte dies anhand praxisnaher Szenarien, wie dezentrale Erzeugung, Batteriespeicher und flexible Nachfrage gemeinsam das Netz ausgleichen können. Eine neue Studie des Fraunhofer ISE unterlegte dies mit konkreten Zahlen zu Kosten und Resilienz. Auch das Thema Energiesicherheit nahm breiten Raum ein: Mehrere Redner verwiesen auf die europäische Energiekrise 2022/2023 als Mahnung, wie verwundbar importabhängige, fossil geprägte Systeme sein können.
Technologische Neuheiten für große PV-Anlagen und BESS
Auf der Messe sind uns auch einige konkrete technologische Neuheiten aufgefallen. Huawei stellte einen neuen Wechselrichter mit 500 kVA (500 kW) Leistung vor und hob damit die bisherige Obergrenze von 330 kVA deutlich an – ein wichtiger Schritt für große PV-Anlagen, bei denen sich dadurch die Anzahl der benötigten Wechselrichter reduzieren lässt. Außerdem beobachteten wir eine wachsende Zahl von Lärmschutzlösungen, die speziell für Batteriespeicher entwickelt wurden und es erleichtern, BESS-Anlagen näher an Wohngebieten zu errichten, ohne die Anwohner zu stören. Und Natrium-Ionen-Batterien bewegen sich erkennbar vom Konzept zur praktischen Anwendung: Mehrere Aussteller zeigten reale, einsatzbereite Produkte für Großspeicher – eine Technologie, die man in den nächsten Jahren genau im Blick behalten sollte.
Aufgefallen ist uns außerdem eine regelrechte Flut von Low-Cost-Technologien, häufig auf Kosten von Qualität, Zuverlässigkeit und Sicherheit. Künstliche Intelligenz war in diesem Jahr fast überall präsent – bei der Prognose von Erzeugung und Verbrauch, beim Batteriemanagement, bei der Paneldiagnose und bei der vorausschauenden Wartung. Ein weiterer erwähnenswerter Trend ist nicht-chinesische Technologie: Es gibt immer mehr Modul- und Wechselrichterhersteller, die ihr Geschäftsmodell gezielt darauf aufbauen, eben nicht aus China zu stammen.
The smarter E Europe als Ort für Partnerschaften und neue Projekte
Für uns sind das genau die Themen, mit denen wir bei unseren Projekten täglich arbeiten – Netzflexibilität, Batteriespeicher und widerstandsfähige, dezentrale Infrastruktur sind längst keine optionalen Extras mehr, sondern die Grundlage, auf der das Energiesystem der Zukunft aufgebaut wird.
Wir freuen uns schon darauf, an die in München begonnenen Gespräche anzuknüpfen – und nächstes Jahr wieder auf der The smarter E Europe dabei zu sein.

