Solar-Truckports sind eine fortschrittliche Lösung, die überdachte Parkplätze für Lastkraftwagen mit der Installation von Photovoltaikmodulen (PV-Modulen) kombiniert. Diese Konstruktionen erhöhen nicht nur den Komfort und den Schutz des Fuhrparks, sondern ermöglichen vor allem die effiziente Nutzung der freien Fläche zur Erzeugung erneuerbarer elektrischer Energie, was zur Energieautarkie und zur Erfüllung der ESG-Kriterien, zum Aufladen von Elektroautos, zur Speicherung und zum Handel mit Energie sowie zu weiteren Unternehmenszielen beiträgt.
Aus technischer Sicht handelt es sich ähnlich wie bei klassischen Carports um Stahl- oder Aluminium-Tragkonstruktionen, die für die Belastung durch PV-Module und Witterungseinflüsse (Wind, Schnee) ausgelegt sind und oft modular erweitert werden können. Die Höhe des Truckports muss jedoch den Abmessungen der wesentlich größeren parkenden Lkw entsprechen. Die Höhe beträgt mindestens etwa 4 m, die Breite und Länge der Konstruktion kann bis zu 20 m betragen. Dieses Gewicht und die Gesamtrobustheit der Lösung müssen auch den statischen Berechnungen für die Dimensionierung der einzelnen Elemente des ober- und unterirdischen Teils der Konstruktion mit erhöhter Festigkeit und insbesondere der Fundamente entsprechen. Auf dem Dach des Truckports sind ähnlich wie bei Standardüberdachungen Photovoltaikmodule installiert. Diese sind an ein Wechselrichtersystem angeschlossen und gegebenenfalls durch einen Batteriespeicher und „intelligente” Verbrauchsteuerungssysteme (EMS) usw. ergänzt.
Die Ausgangsleistung des Truckports hängt logischerweise von der überdachten Fläche, der Ausrichtung, dem Typ der Module und den örtlichen Gegebenheiten (z. B. durchschnittliche Sonneneinstrahlung) ab. In der Praxis kann ein Truckport mit 4 bis 6 Stellplätzen eine Leistung im Bereich von mehreren zehn kWp erzielen, wodurch zumindest bis zu einem gewissen Grad der Verbrauch der Logistik, die Stromversorgung von Ladestationen für Elektromobilität oder die Einspeisung in Batteriespeicher oder das Netz im Rahmen des sogenannten Net Metering gedeckt werden kann.

Die Integration der PV-Technologie in den Truckport bringt nicht nur Energieeinsparungen, sondern erhöht auch die Energieautarkie des Geländes, senkt die CO₂-Emissionen im Betrieb und verbessert die allgemeine Nachhaltigkeit des Betriebs. Die Lösung kann mit anderen Elementen einer intelligenten Infrastruktur kombiniert werden, wie z. B. Verbrauchskontrollsystemen, automatisierten Ladestationen oder vorausschauender Wartung des Fuhrparks.
Aus Investitionssicht handelt es sich um eine Technologie mit steigendem Renditepotenzial, insbesondere bei Nutzung von Fördermitteln und Optimierung des Eigenverbrauchs. Für Unternehmen aus dem Bereich Transport und Logistik ist die Einführung von Solar-Truckports ein Schritt in Richtung Modernisierung und Dekarbonisierung des Betriebs.
Für Solar-Truckports eignen sich spezielle Ladegeräte, die die Energie aus den Solarmodulen effizient nutzen und die Anforderungen an das Laden großer Fahrzeuge wie Lkw bewältigen können. Typischerweise handelt es sich dabei um Gleichstrom-Schnellladegeräte mit einer Leistung von mindestens 150 kW, in der Regel jedoch 350 kW oder mehr. Solche Schnellladegeräte können entweder mit dem Ladestandard CCS2 (Combined Charging System) oder MCS (Megawatt Charging System – die Zukunft für den Schwerlastverkehr) kompatibel sein. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass für Ladegeräte mit hoher Leistung Truckports mit ausreichend dimensionierter Solarkapazität und Batteriespeicher oder einer ausreichend dimensionierten Netzanbindung erforderlich sind.